Wiesn-Geschichte
Wussten Sie, dass man auf der Theresienwiese noch gar nicht so lange
"Ozapft is!" sagt? War Ihnen bekannt, dass die ganze Gaudi auf
eine Hochzeit zurückgeht oder nach welcher Therese die Theresien-Wiese
benannt ist? Haben sie eine Ahnung, seit wann das Bier in Glaskrügen
ausgeschenkt wird? Wann die Bavaria erbaut wurde? Wer sie erbaut hat?
Warum das ganze passiert ist? Nein?
Dann lesen Sie die doch komplette Oktoberfest-Historie hier nach - alle
wichtigen Jahreszahlen, Namen und Anekdoten kurz für Sie
zusammengestellt.
Am Anfang...
...waren Hochzeitsglocken und klappernde Pferdehufe.
Am 12. Oktober 1810, vier Jahre nach der Erhebung
Bayerns zum Königreich, feierten Kronprinz Ludwig von Bayern (später
König Ludwig I.) und Prinzessin Therese von Sachsen- Hildburghausen ihre
Vermählung. Die offiziellen Feierlichkeiten zur Hochzeit dauerten fünf
Tage und wurden im Sinne einer großen Ovation an das Herrscherhaus des
jungen Königreiches inszeniert. Parade der Schützen der Nationalgarde
und der bürgerlichen Schützengesellschaften, Illuminationen und Musik,
Essen und Trinken, Pauken und Trompeten - ein riesiges Festtreiben belebte
die Münchener Innenstadt. Die Dynastie der Wittelsbacher demonstrierte
Ihre Volksnähe und dankte damit zugleich ihren Untertanen, die durch die
Anbindung an Frankreich und die daraus resultierenden Kriege, durch
Gebietserweiterungen und verwaltungstechnische Neuorganisation auf eine
harte Geduldsprobe gestellt wurden. Ein großes Fest als
Identitätsstifter für die Neubayern und als Ausrichtung auf die Haupt-
und Residenzstadt München und das bayerische Herrscherhaus kam da gerade
recht.
Die bereits damals als "Volksfest"
bezeichneten Feierlichkeiten in der Innenstadt wurden am 12. Oktober mit
einem Pferderennen, organisiert vom gehobenen Bürgertum, auf einer Wiese
vor den Toren Münchens beendet. Der anwesenden Königsfamilie huldigten
Kinder in bayerischen Volkstrachten mit Gedichten, Blumen und Früchten
des Landes. Zu Ehren der Braut wurde die Festwiese "Theresens-Wiese"
getauft; so heißt der Oktoberfestplatz heute noch
"Theresienwiese" - im Münchener Sprachgebrauch kurz "die
Wiesn" genannt.
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Ein Publikumserfolg etabliert sich
Durch den Beschluß, das publikumswirksame Pferderennen
im folgenden Jahr zur gleichen Zeit zu wiederholen, entstand die Tradition
der "Oktober-Feste". 1811 kam zum Pferderennen das erste
Landwirtschaftsfest als Fachausstellung zur Hebung der bayerischen
Agrarwirtschaft hinzu. Hauptattraktion: die Prämierung der schönsten
Pferde und Ochsen. Während das Pferderennen als ältester
Veranstaltungsteil nach 1938 aus organisatorischen Gründen von der Wiesn
verschwand, findet das "Bayerische Zentral -Landwirtschaftsfest"
(ZLF) noch heute im Turnus von zuletzt vier Jahren im Südteil des Areals
während des Oktoberfestes statt; in einem solchen Jahr wird das
Oktoberfest als "Kleine Wiesn" bezeichnet. |